Die alltäglichen Zweifel des Schreibers

Ich bin gerade mitten in der Fertigstellung meines zweiten Krimis. An manchen Tagen fällt das Schreiben schwerer als an anderen Tagen, weil mich die Zweifel packen. Ist die Stelle spannend genug? Gebe ich zu früh zu viel preis? Wie wird das dem Leser gefallen?

Eine Kundin, die ich gerade bei einem Schreibprojekt begleite, war am Anfang unserer Zusammenarbeit wie gelähmt durch derartige Zweifel. Sie zögerte anfangs sogar mir davon zu erzählen, weil Sie dachte mir würde das nicht passieren. Als wäre ich als erfahrene Texterin über jeden Zweifel erhaben.

Das Gegenteil ist der Fall: Das Zweifeln und die Selbstkritik sind mein ständiger Begleiter im Schreibprozess. In der Schreibliteratur wird dieses Phänomen nicht umsonst als „der innere Zensor“ bezeichnet. Der Trick ist, sich von den Zweifeln nicht in Ver-Zweiflung treiben zu lassen. Man sollte sie vielmehr als nützliche Hinweise annehmen, ob das Geschriebene an dieser Stelle passend ist oder ob es nicht vielleicht doch besser an einer anderen Stelle im Text stehen sollte.

Darum schreibe ich den Rohtext so wie er mir gerade einfällt und lasse meine innere Schreiberin sprühen, ausprobieren und fantasieren. Beim Überarbeiten darf dann der innere Zensor helfen die Wörter an die passende, die richtige Stelle zu schieben. Hand in Hand sind die zwei ein unschlagbares Team, solange sie in Balance sind. Und wenn mein innerer Zensor sich mal wieder während des Rohtext schreibens mit kritischen Bemerkungen meldet, schicke ich ihn vor die Tür und vertröste ihn auf später. Jetzt soll er erst einmal die innere Schreiberin werken lassen, er kann dann später seine Änderungen vornehmen.

Lassen Sie sich von den alltäglichen Zweifeln im Schreibfluß nicht irritieren sondern Schreiben Sie drauf los!

 

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