Die Höhen und Tiefen des Schreibens

Gestern habe ich die Druckfahnen meines dritten Krimis freigegeben. Ich war erleichtert zu sehen, dass die Geschichte nicht so schlecht ist, wie ich befürchtet habe. Das konnte ich aber erst jetzt mit einigen Wochen Abstand erkennen.

Als ich das Manuskript an den Verlag geschickt hatte, hatte ich eine Hochschaubahn der Gefühle hinter mir. Ich war hin und her gerissen vom Glücksgefühl endlich fertig zu sein und der Angst diesmal nur Schrott produziert zu haben. Der Druck, den ich mir diesmal beim Schreiben selbst gemacht habe, war enorm. Immerhin ist es die dritte Geschichte und ich halte Seminare in denen ich den Leuten beibringe, was sie über den Aufbau einer Geschichte wissen müssen. Doch genau dieses Wissen und meine Vermutung, dass meine Leser nun eine gewisse Erwartungshaltung an meinen Krimi haben, hat es mir so schwer gemacht locker drauf los zu schreiben. Dabei wäre genau das der richtige Weg gewesen.

Jetzt wo der Krimi das Lektorat überstanden hat und fertig gesetzt auf den Seiten auf die Druckerpresse wartet, habe ich nochmal genau hingesehen. Ich konnte meinem inneren Kritiker in die Schranken weisen und ihm zeigen, dass er nicht Recht hatte (zumindest in großen Teilen Unrecht hatte). Wahrscheinlich wird einigen der Krimi nicht gefallen, aber damit kann ich gut leben. Hauptsache er entspricht meinem Anspruch und verschafft meinen Lesern ein paar spannende Stunden. Mehr will ich gar nicht.

Jetzt heißt es also warten bis zum Erscheinungstermin Ende Oktober. Dann werde ich hoffentlich bald auch von meinen Lesern erfahren, wie Ihnen Tom Meixners dritter Fall gefallen hat.

Worüber man sich als Krimiautorin Gedanken macht

Wenn man Krimis schreibt, befasst man sich mit eigenartigen Fragen. Ich bin gerade Mitten im Rohtext meines dritten Krimis und habe eine grobe Idee, wie mein Opfer getötet wird. Ich wollte dass das Opfer diesmal keine offensichtlichen Verletzungen aufweist. Es soll zu Beginn nicht klar sein, ob die Person eines natürlichen Todes gestorben ist oder es sich um Mord handelt. Damit stehe ich aber vor dem Problem, wie die Todesursache nachgewiesen werden kann. Um das schlüssig darzustellen, musste ich ein paar Fakten recherchieren Ich habe diverse Artikel im Internet gelesen um für meine Geschichte wichtige Fragen zu klären: Wie lange dauert es bei dieser Form des Mordens bis tatsächlich der Tod eintritt? Ist mein Mörder überhaupt körperlich in der Lage das Opfer auf diese Weise zu töten? Woran wird der Gerichtsmediziner erkennen, dass es kein natürlicher Tod war? Ich hatte eine konkrete Idee für die Mordwaffe, musste aber einige medizinische Fachartikel lesen und das Buch „Von Arsen bis Zielfahnung“ von Manfred Büttner und Christine Lehmann durchforsten, ob diese Idee überhaupt funktionieren kann.

Jetzt mal ehrlich: Welcher normale Mensch befasst sich mit solchen Fragen? Nur jemand, der ein berufliches Interesse daran hat. Also Mediziner, Pathologen oder Polizisten. Oder jemand, der tatsächlich vor hat jemand zu töten – und sei es nur am Papier.

Würde ich all die Gedanken, die mir in dieser Zeit des Schreibens durch den Kopf gehen am Wochenende am Hundeplatz erzählen, die Leute würden sich wohl mit angsterfülltem Blick von mir entfernen oder an meiner geistigen Gesundheit zweifeln. Aber so ist das nun mal als Krimiautorin. Man recherchiert über die Wirkung von Giften, Pflanzenschutzmitteln und Pilzen und eignet sich dabei Wissen an, dass andere naturgemäß unheimlich finden. Letztens habe ich mich beim Stricken bei der Überlegung ertappt, wie viel Kraft es wohl braucht um jemand mit dem Plastikseil, dass zwischen meinen Stricknadeln die Maschen hält, zu erdrosseln. Und wie groß die Wut oder Verzweiflung sein muss, um so einen Kraftakt zu vollführen. Manchmal frage ich mich, ob ich mir um meine geistige Gesundheit Sorgen machen muss. Wobei, mir kommt da gerade eine Idee für einen nächsten Krimi…..

Intensive Schreibzeit

Jetzt beginnt die intensive Zeit des Krimischreibens. Ich habe 10 Wochen Zeit um den Rohtext für meinen dritten Krimi zu schreiben damit ich bis zum Abgabetermin noch genügend Zeit zum Überarbeiten habe. Der Plot der Geschichte steht in groben Zügen, jetzt heißt es „nur noch“ die Geschichte zu Papier zu bringen.

Seit Monaten plane ich die Story, mache mir Notizen wo die Geschichte spielt, wer meine Verdächtigen sind und was ihre Motive sind. Ich bin dieses Mal, wie auch die Male davor, monatelang „schwanger“ gegangen mit der Krimi-Idee. In der Zeit beobachte ich Menschen um mich herum sehr genau. Egal ob im Freundeskreis, im Zug oder im Supermarkt. Eine Mimik, eine Stimmlage, ein Kleidungsstück, eine bestimmte Art sich zu bewegen, ein Lieblingsessen. Alles kann ich potenziell für eine meiner Figuren brauchen und daher gehe ich in dieser Zeit mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. So ist z.B. diesmal eine Figur beim Bundesheer, wegen eines Zeitungsartikels über einen Heeresmitarbeiter.

Die Planungsphase bevor ich zu schreiben beginne ist wichtig um ungefähr zu wissen wohin die Reise geht. Ich schreibe bewusst ungefähr. Wenn ich das nämlich zu genau weiß, verliert das Schreiben für mich an Reiz. Dann ertappe ich mich, dass ich das Schreiben vor mir herschiebe, weil ich schon zu viel weiß und sich für mich nichts Spannendes beim Schreiben ergeben wird. Vielleicht schreibe ich einmal einen Blogtext genau über diesen Zwiespalt zwischen einen Plan für eine Geschichte haben und sich im Planen verlieren und dann keinen Biss mehr fürs Schreiben haben. Würde Euch das interessieren?

Tom Meixner wieder treffen

Wenn ich so wie jetzt intensiv in die Geschichte eintauche, beschäftige ich mich auch sehr genau mit meinen Figuren. Dass mein Kommissar Tom Meixner mittlerweile den dritten Fall ermittelt, war ja nicht geplant. Das positive Feedback meiner Leser hat dazu geführt, dass ich weiter mit ihm arbeite. Ich kenne meine Hauptfigur wie einen langjährigen Freund. Für mich ist er nicht fiktiv. Ich sehe ihn mit seinen knapp 1,70 in Jeans und seiner geliebten schwarzen Lederjacke vor mir. Er ärgert sich immer wieder das er nicht größer ist. Ich muss schmunzeln über seinen Tick sich seine fast kinnlangen dunkelbraunen Deckhaare immer wieder aus dem Gesicht zu streichen. Was ich meinen Lesern über Tom nicht verraten habe ist, wie ungern er zum Friseur geht, um sich die Haare im Nacken kurz rasieren zu lassen. Nach seinem Empfinden schneidet der Friseur bei der Gelegenheit vom Deckhaar dann immer zu viel weg. Vielleicht baue ich das diesmal irgendwo ein. Seit dem Schreiben des letzten Krimis habe ich Tom etwas aus den Augen verloren. Ich musste mich ihm wieder annähern. Doch wie bei einem guten Freund, den man einige Zeit nicht gesehen hat, ist alles schnell wieder vertraut. Mir fällt es leichter zu schreiben, wenn ich meine Figuren gut kenne, weiß, was sie denken und fühlen. Dann weiß ich auch, wie sie in bestimmten Situationen reagieren und das beeinflusst dann auch die Handlung. Und so geistert Tom Meixner im Moment ständig in meinem Kopf herum. Wie geht es mit seiner Beziehung zu Sonja weiter? Wie reagiert seine Mutter auf seine neue Freundin? Werden Tom und sein Kollege Waldmüller endlich das Kriegsbeil begraben? Wie wird er mit dem Fall zurecht kommen? Denn dieser Fall stellt Tom vor eine ziemliche Herausforderung: Er kennt das Mordopfer. Es ist ein alter Freund von ihm, mit dem er sich aber vor Jahren zerstritten hat. Ich weiß nur noch nicht, worum es im Streit ging. Aber das wird mir Tom schon noch verraten – irgendwann in einer ruhigen Minute, mitten im Schreibfluss.

Angst vor Kritikern

Vor mehr als zwei Jahren ging meine Website online und damit die Möglichkeit zu bloggen. Zu Beginn habe ich auch den einen oder anderen Blogartikel veröffentlicht, doch dann war Sendepause. Ich habe keine einzige Zeile in meinem Blog geschrieben. Wenn ich darauf angesprochen wurde, antwortete ich: „Mir fehlt die Zeit“. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Ich habe nicht geschrieben aus Angst vor Kritikern und aufgrund falscher Erwartungen an mich selbst.

Zu der Zeit als ich mit dem Bloggen wieder aufgehört habe bekam ich ein vernichtendes Feedback zu einem Ghostwriting Auftrag. Der Kunde hat den fast fertigen ersten Textentwurf einer befreundeten Universitätsprofessorin zu lesen gegeben und mir ihren Kommentar dann per Mail weitergeleitet. Darin stand „Das ganze Buch ist für die Zielgruppe viel zu banal geschrieben. Für so eine gebildete Leserschaft kann man nicht so einfach schreiben. Man merkt, dass die Texterin kein abgeschlossenes Germanistikstudium hat. Wie kommt Sie überhaupt dazu als Texterin zu arbeiten?“

Das hatte gesessen. Ich brach den Auftrag ab, bekam ein Abstandhonorar und das war’s. Was dieser Kommentar in mir anrichtete, wurde mir erst sehr viel später bewusst.

Letzten Sommer habe ich mich mit dem Thema Blog wieder auseinander gesetzt und mir einige Blogs angesehen und auch einen Onlinekurs zu dem Thema gebucht. Darin wurde gepredigt, wie man den Blog gestalten muss, damit man möglichst rasche eine Community aufbaut und richtig viel Geld mit dem Blog verdient. Doch die dafür notwendige Art zu schreiben, ist nicht meine Art zu schreiben.

Wovor habe ich Angst beim Schreiben?

Letzte Woche habe ich bei meiner liebe Kollegin Ana Znidar im writersstudio den Workshop „Geniale Textbausteine für Facebook, Blog und Co“ besucht. Vor allem um zu hören welche Inhalte sie bringt und damit wir Überschneidungen mit meinem Seminar „Marketingtexte für Web, Flyer und Co“ vermeiden können. In Anas Workshop habe ich eine Schreibübung gemacht zum Thema „Wovor habe ich Angst beim Schreiben?“ Bei dieser Schreibübung wurde mir auf einmal klar: Ich habe Angst vor Kritikern wie der Universitätsprofessorin. Doch Menschen wie sie sind nicht meine Zielgruppe. Ich will meinen Blog für Krimibegeisterte und Schreibbegeisterte schreiben. Ich will Ihnen einen Blick hinter die Kulissen beim Schreiben geben. So wie meine Krimis nicht den Anspruch haben hochtrabende Literatur zu sein, sondern zu unterhalten, will ich auch mit meinem Blog unterhalten und inspirieren. Auf einmal wurde aus der lästigen Pflicht „Ich muss meinen Blog befüllen“ die Erlaubnis Spaß am Schreiben zu haben. Ich will Dir, lieber Leserin und lieber Leser, zeigen, dass auch ich als Viel-Schreiberin immer wieder mit mir hadere. Ich will Dich teilhaben lassen an dem Spaß den ich habe beim Figuren entwickeln. An den Überlegungen wie Opfer und Täter in Beziehung stehen und wie ich mich für das Motiv entscheide.

Meinen Kritikern sage ich: Ich schreibe diesen Blog nicht für Euch und ihr müsst ihn auch nicht lesen! Allen anderen verspreche ich: Ihr werdet jetzt öfter von mir lesen, denn immerhin macht es jetzt Spaß diesen Blog zu schreiben und ich bin gerade mitten in meinem dritten Krimi ;-) Es gibt also eine Menge über das ich bloggen kann.

Schreib-& Strickgruppe – Gut Ding braucht Weile!

Es ist ziemlich genau 1 Jahr her als ich in meinem Blog über die Parallelen zwischen Schreiben und Stricken geschrieben habe. Dabei kam mir die Idee eine Schreib-& Strickgruppe ins Leben zu rufen. Einige haben sich dafür interessiert, doch weiter passierte nichts. Ich fand nicht den passenden Ort für so eine gemütliche Runde. Die Zeit verging und die Idee geriet in Vergessenheit. Bis letzte Woche.

Auf dem Weg zu einem Kundentermin kam ich im Servitenviertel in Wien an einem entzückenden Wollgeschäft vorbei. Da ich für meine gerade fertig gewordene weiße Wollweste einen Verschluß suchte, hoffte ich in dem Geschäft fündig zu werden. Während die Ladenbesitzerin nach einem passenden Verschluß suchte sah ich mich um. Vor den deckenhohen Regalen mit verlockend bunter Wolle stand ein Kaffeetisch umringt von gemütlichen Fauteils. Da fiel mir der Glückskeks-Zettel ein den ich wenige Minuten vorher bekommen hatte: Packen Sie das Glück beim Schopf. Ich erzählte der Ladenbesitzerin von meiner 1 Jahr alten Idee einer Schreib-& Strickgruppe und sie war begeistert!

Die erste Schreib- und Strickgruppe findet am Freitag, 27.Februar 2015 von 17:30 – 20:00 im „Verstrickt & Zugenäht“ in der Servitengasse 7, 1090 Wien statt. Es wird eine Abwechslung aus kleinen Schreibübungen und Zeit zum gemeinsamen Stricken, Häkeln und Plaudern geben. Unkostenbeitrag: 15,- Euro ohne Material. Da es nur wenige Plätze gibt, am besten gleich anmelden!

Was werden sich die Leser denken

„Wenn es Dein schlimmster Alptraum ist nackt zur Haupt-Einkaufszeit durch eine Shoppingmall zu gehen, hast Du keine Ahnung was es bedeutet einen Roman zu veröffentlichen.“ Als ich dieses Zitat von Anne Lammott gelesen habe, dachte ich mir: Was für eine Übertreibung. Doch mittlerweile kann ich es nachvollziehen und dieser Alptraum wird nicht leichter beim 2.Krimi. Im Gegenteil.

Als mein erster Krimi 2013 erschien, dachte ich mir „was werden sich die Leser denken? Wie wird Ihnen die Geschichte gefallen?“ Nachdem ich viele schöne Feedbacks zum Buch bekommen habe, ist nun der Druck beim 2.Krimi gestiegen. „Wird er ebenso gut ankommen? Kann ich die Erwartungen der Leser erfüllen?“ Jetzt ist mein 2. Krimi erschienen und ich wartete gespannt auf die ersten Reaktionen. Das erste Feedback kam letzte Woche: „Du hast mir eine schlaflose Nacht bereitet! Der Krimi ist noch besser als der erste und ich konnte nicht aufhören zu lesen.“ Die Erleichterung ist groß. Jetzt bin ich gespannt was andere Leser zu „Endstation Schlachthof“ sagen.

Die alltäglichen Zweifel des Schreibers

Ich bin gerade mitten in der Fertigstellung meines zweiten Krimis. An manchen Tagen fällt das Schreiben schwerer als an anderen Tagen, weil mich die Zweifel packen. Ist die Stelle spannend genug? Gebe ich zu früh zu viel preis? Wie wird das dem Leser gefallen?

Eine Kundin, die ich gerade bei einem Schreibprojekt begleite, war am Anfang unserer Zusammenarbeit wie gelähmt durch derartige Zweifel. Sie zögerte anfangs sogar mir davon zu erzählen, weil Sie dachte mir würde das nicht passieren. Als wäre ich als erfahrene Texterin über jeden Zweifel erhaben.

Das Gegenteil ist der Fall: Das Zweifeln und die Selbstkritik sind mein ständiger Begleiter im Schreibprozess. In der Schreibliteratur wird dieses Phänomen nicht umsonst als „der innere Zensor“ bezeichnet. Der Trick ist, sich von den Zweifeln nicht in Ver-Zweiflung treiben zu lassen. Man sollte sie vielmehr als nützliche Hinweise annehmen, ob das Geschriebene an dieser Stelle passend ist oder ob es nicht vielleicht doch besser an einer anderen Stelle im Text stehen sollte.

Darum schreibe ich den Rohtext so wie er mir gerade einfällt und lasse meine innere Schreiberin sprühen, ausprobieren und fantasieren. Beim Überarbeiten darf dann der innere Zensor helfen die Wörter an die passende, die richtige Stelle zu schieben. Hand in Hand sind die zwei ein unschlagbares Team, solange sie in Balance sind. Und wenn mein innerer Zensor sich mal wieder während des Rohtext schreibens mit kritischen Bemerkungen meldet, schicke ich ihn vor die Tür und vertröste ihn auf später. Jetzt soll er erst einmal die innere Schreiberin werken lassen, er kann dann später seine Änderungen vornehmen.

Lassen Sie sich von den alltäglichen Zweifeln im Schreibfluß nicht irritieren sondern Schreiben Sie drauf los!

 

Mit offenen Augen unterwegs

Wenn ich an einer Geschichte arbeite, so wie gerade an meinem zweiten Krimi, dann beschäftigt mich diese Geschichte permanent. Ich gehe dann schwanger mit den verschiedenen Aspekten der Geschichte. Ich überlege beim Spazierengehen, beim Einkaufen, beim Waschmaschine ausräumen wie die Geschichte weiter geht, wie meine Figuren in bestimmten Situationen reagieren. In dieser Zeit nehme ich auch meine Umgebung sehr bewusst war und beobachte Menschen genau. Bemerke ich Auffälligkeiten wie eine besonders hohe Stimme oder eine Narbe im Gesicht, überlege ich sofort: Wie reagiert die Umwelt auf die Besonderheit? Handelt die Person aufgrund dieses Merkmals anders, als wenn Sie diese Auffälligkeit nicht hätte. Wenn ich so etwas beobachte überlege ich mir ob ich dieses oder ein ähnliches Merkmal einer meiner Figuren verpasse. So kann die schrille Stimme einer Figur häufig eine ablehnende Haltung der Umgebung hervorrrufen. Das beeinflusst das die Handlung, denn diese Figur kann sich aufgrund der schrillen Stimme angewöhnt haben wenig zu sprechen um die Ablehnung der Umgebung gering zu halten. Wenn ich meine Zeugin eine schrille Stimme gebe, kann sie sich in der Vernehmung sehr zurückhaltend zeigen, obwohl sie den Täter gesehen hat. Mein Kommisar könnte diese Zurückhaltung falsch interpretieren und glauben sie versucht etwas zu verheimlichen – und schon hat die schrille Stimme die Handlung beeinflusst. Oder die Zeugin ist sich ihrer schrillen Stimme nicht bewusst und versteht die Ablehnung ihrer Umgebung als Ablehnung ihrer Person. Schon verhält Sie sich anderen Menschen gegenüber anders und reagiert entsprechend anders.

Sie sehen schon – kleine Details machen die Figuren interessanter und beeinflussen die Handlung. In diesem Sinne: Gehen Sie mit offenen Aufgan durchs Leben und lassen Sie sich von Menschen und Ereignissen für Ihre Geschichte inspirieren!

 

Den Faden nicht verlieren

…. Über die Parallelen von Schreiben und Stricken

Ich gestehe ich habe neben dem Schreiben und meinen Hunden eine weitere große Leidenschaft: Das Stricken! Stricken hat für mich etwas Meditatives – das leise Klappern der Nadeln, der feine Wollfaden der sich wie durch ein kleines Wunder in einen Pullover oder eine Socke verwandelt. Ich denke ich liebe die Tatsache, dass beim Stricken etwas entsteht, das angreifbar und verwendbar ist – anders als bei meinen Texte, die „nur“ am Papier stehen.

Wissen, Ausdauer und Geduld
Gestern sind mir bei Stricken meines neuen Pullis die Parallelen zwischen Stricken und Schreiben aufgefallen. Für beides braucht es ein Wissen, wie es geht. Es braucht einen Einfall und eine Struktur – beim Text sollte ich vorher wissen, was ich damit erreichen will. Beim Stricken weiß ich ob ich einen Socken oder eine Haube stricke. Danach richtet sich wie ich anfange und vorgehe. Für beides braucht es Geduld – ein Pulli ist nicht über Nacht gestrickt, es braucht einige Zeit bis er fertig ist. Genau wie bei größeren Textmengen. Neben Geduld braucht man bei größeren Schreib- und Strickprojekten auch Ausdauer. Sich immer wieder daran zu setzen, den Faden aufzugreifen und weiterzuarbeiten. Beim Text heißt es schwache Stellen so lange zu überarbeiten, bis sie stimmig sind. Manchmal kann man gar nicht mehr aufhören, ist in einem richtigen Flow und die Zeit verfliegt – ich kenne diesen Zustand beim Schreiben und beim Stricken.

Bei beiden steht man manchmal an, kommt nicht weiter. Dann ist es besser die Strickerei zur Seite zu legen oder jemand zu fragen, warum das Muster nicht so aussieht, wie es aussehen soll. Oder warum der Text sich nicht so flüssig liest, wie man sich das wünscht. Auf einmal war da eine Idee: Eine Schreib- und Strickgruppe, die sich regelmäßig trifft! Zum gemeinsamen Schreiben und Stricken!

Gemeinsam Schreiben und Stricken
Ich denke an ein monatliches Treffen in gemütlicher Runde mit Schreibübungen, Text-Feedback und dazwischen Zeit zum Plaudern und Stricken. Du brauchst kein Schreib- oder Strick-Profi sein. Strick-Anfängern helfe ich gerne weiter! Wer hat Lust und macht mit? Bitte einfach im Kommentar eintragen oder ein Mail schicken!

 

Für sich schreiben lassen

Ich treffe immer wieder Menschen, die Experten in Ihren Gebiet sind. Sie sind brilliant darin über Ihr Fachgebiet zu erzählen. Doch wenn es darum geht ihr Wissen aufzuschreiben, ist es vorbei mit der Brillanz. Bei manchen sitzen negative Erfahrungen aus der Schulzeit mit dem Schreiben so tief, dass sie es nicht schaffen über das eigene Wissen zu schreiben. Anderen fällt es schwer Ihr Know-how so zu strukturieren, dass sie es für Andere verständlich wird. Für solche Menschen schreibe ich. Anfangs ist es meist ungewohnt für diese Menschen, manche haben ein schlechtes Gewissen, weil sie den Schreibprozess nicht selbst schaffen.

Arbeit auslagern

Ich kann dann immer beruhigen: Nur weil Sie schreiben in der Schule gelernt haben, heißt es nicht, dass Sie Experte im Schreiben sind. Ich habe auch rechnen gelernt, meine Buchhaltung macht trotzdem meine Steuerberaterin. Weil sie eben besser in diesen Dingen ist als ich. Daher lagere ich die Buchhaltung an sie aus. Ähnlich ist es mit Ghostwriting: Sie lagern den Prozess des Schreibens an jemand aus, dem das Spaß macht und der auch weiß, worauf man achten muss. Glauben Sie mir: Für sich schreiben lassen ist trotzdem noch mit viel Arbeit verbunden. Denn Sie müssen all meine Fragen beantworten und sich daher viele Gedanken zu Ihrem Thema machen, damit ich Ihren Text schreiben kann. Meine Kunden sind immer wieder erstaunt wie anstrengend die Arbeit mit mir ist, obwohl sie selbst nicht schreiben müssen. Aber schreiben heißt auch das Thema von mehreren Seiten beleuchten um einen spannenden Zugang für den Leser zu finden. Das kann bedeuten neue Sichtweisen auf das eigene Wissen zu bekommen. Das ist manchmal herausfordernd und daher anstrengend. Doch es macht auch viel Spß! Daher: Keine Scheu davor Schreiben auszulagern – ich übernehme das gerne!