Intensive Schreibzeit

Jetzt beginnt die intensive Zeit des Krimischreibens. Ich habe 10 Wochen Zeit um den Rohtext für meinen dritten Krimi zu schreiben damit ich bis zum Abgabetermin noch genügend Zeit zum Überarbeiten habe. Der Plot der Geschichte steht in groben Zügen, jetzt heißt es „nur noch“ die Geschichte zu Papier zu bringen.

Seit Monaten plane ich die Story, mache mir Notizen wo die Geschichte spielt, wer meine Verdächtigen sind und was ihre Motive sind. Ich bin dieses Mal, wie auch die Male davor, monatelang „schwanger“ gegangen mit der Krimi-Idee. In der Zeit beobachte ich Menschen um mich herum sehr genau. Egal ob im Freundeskreis, im Zug oder im Supermarkt. Eine Mimik, eine Stimmlage, ein Kleidungsstück, eine bestimmte Art sich zu bewegen, ein Lieblingsessen. Alles kann ich potenziell für eine meiner Figuren brauchen und daher gehe ich in dieser Zeit mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. So ist z.B. diesmal eine Figur beim Bundesheer, wegen eines Zeitungsartikels über einen Heeresmitarbeiter.

Die Planungsphase bevor ich zu schreiben beginne ist wichtig um ungefähr zu wissen wohin die Reise geht. Ich schreibe bewusst ungefähr. Wenn ich das nämlich zu genau weiß, verliert das Schreiben für mich an Reiz. Dann ertappe ich mich, dass ich das Schreiben vor mir herschiebe, weil ich schon zu viel weiß und sich für mich nichts Spannendes beim Schreiben ergeben wird. Vielleicht schreibe ich einmal einen Blogtext genau über diesen Zwiespalt zwischen einen Plan für eine Geschichte haben und sich im Planen verlieren und dann keinen Biss mehr fürs Schreiben haben. Würde Euch das interessieren?

Tom Meixner wieder treffen

Wenn ich so wie jetzt intensiv in die Geschichte eintauche, beschäftige ich mich auch sehr genau mit meinen Figuren. Dass mein Kommissar Tom Meixner mittlerweile den dritten Fall ermittelt, war ja nicht geplant. Das positive Feedback meiner Leser hat dazu geführt, dass ich weiter mit ihm arbeite. Ich kenne meine Hauptfigur wie einen langjährigen Freund. Für mich ist er nicht fiktiv. Ich sehe ihn mit seinen knapp 1,70 in Jeans und seiner geliebten schwarzen Lederjacke vor mir. Er ärgert sich immer wieder das er nicht größer ist. Ich muss schmunzeln über seinen Tick sich seine fast kinnlangen dunkelbraunen Deckhaare immer wieder aus dem Gesicht zu streichen. Was ich meinen Lesern über Tom nicht verraten habe ist, wie ungern er zum Friseur geht, um sich die Haare im Nacken kurz rasieren zu lassen. Nach seinem Empfinden schneidet der Friseur bei der Gelegenheit vom Deckhaar dann immer zu viel weg. Vielleicht baue ich das diesmal irgendwo ein. Seit dem Schreiben des letzten Krimis habe ich Tom etwas aus den Augen verloren. Ich musste mich ihm wieder annähern. Doch wie bei einem guten Freund, den man einige Zeit nicht gesehen hat, ist alles schnell wieder vertraut. Mir fällt es leichter zu schreiben, wenn ich meine Figuren gut kenne, weiß, was sie denken und fühlen. Dann weiß ich auch, wie sie in bestimmten Situationen reagieren und das beeinflusst dann auch die Handlung. Und so geistert Tom Meixner im Moment ständig in meinem Kopf herum. Wie geht es mit seiner Beziehung zu Sonja weiter? Wie reagiert seine Mutter auf seine neue Freundin? Werden Tom und sein Kollege Waldmüller endlich das Kriegsbeil begraben? Wie wird er mit dem Fall zurecht kommen? Denn dieser Fall stellt Tom vor eine ziemliche Herausforderung: Er kennt das Mordopfer. Es ist ein alter Freund von ihm, mit dem er sich aber vor Jahren zerstritten hat. Ich weiß nur noch nicht, worum es im Streit ging. Aber das wird mir Tom schon noch verraten – irgendwann in einer ruhigen Minute, mitten im Schreibfluss.

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